Briefwechsel Martin Buber-Ludwig Strauss, 1913-1953

  • Martin Buber
  • , Dafna Mach (Editor)
  • , Tuvia Ruebner (Editor)
  • , Ludwig Strauss

Research output: Book/ReportBook

Abstract

Der Briefwechsel des bedeutenden jüdischen Religionsphilosophen, Schriftstellers und Bibelübersetzers Martin Buber (1878–1965) mit dem deutsch-jüdischen Dichter und Literaturwissenschaftler Ludwig Strauß (1892–1953) umfaßt die Jahre 1913 bis 1953: bedeutsame und furchtbare Jahre für das jüdische Volk, für Europa, für die Welt. Wenngleich das Zeitgeschehen in den Briefen nur selten unmittelbar behandelt wird, so hat es sich doch selbst in die mittelbaren Äußerungen eingeprägt und ist so dem Leser immer gegenwärtig. Beide Briefpartner waren Menschen, deren Geist auf die lebendige Durchdringung des Zeitgeschehens gerichtet war und die mitten in politischen Leben standen. Beide standen sozialistischen Bewegungen nahe und waren als Juden aktiv in der zionistischen Bewegung tätig. Beide verließen Deutschland, mit dessen Natur und Kultur sie aufs engste verbunden waren, und fanden in Israel eine neue Heimat. Die Beziehung der Briefpartner spiegelt der Briefwechsel in drei Hauptkomplexen wider: im literarisch-technischen Bereich, im geistig-weltanschaulichen Bereich, der zugleich Aufschluß über die Entwicklungslinie der wechselseitigen Beziehung gibt und schließlich im persönlichen Bereich, der von 1925 an besondere Bedeutung gewinnt, als Strauß Bubers Tochter Eva heiratet. Es ist erstaunlich, wie es Strauß gelingt, trotz dieser familiären Bindung und seiner finanziellen Notlage, aus der ihm Buber durch Vermittlung von Aufträgen von Zeit zu Zeit half, sich im Geistigen wie im Literarischen seine Eigenständigkeit zu bewahren. Der erste völlig reife Gedichtband von Ludwig Strauß, Nachtwachen, erschien 1933, als es zu spät war, um von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Eine repräsentative Auswahl aus seinen Werken erfolgte erst zehn Jahre nach seinem Tod durch Werner Kraft, begleitet von einer umfassenden und tiefgründigen Würdigung. Diese Ausgabe ist heute vergriffen. In ihrem ausführlichen Nachwort macht Dafna Mach nochmals den Leser mit Leben und Werk von Ludwig Strauß vertraut, der im Gegensatz zu seinem Weltberühmten Schwiegervater weitgehend unbekannt geblieben ist und von dem Buber sagte, daß er der einzige deutsch-jüdische Dichter sei, der auch ein eigenständiger hebräischer Dichter wurde. Der vollständige Briefwechsel, der sich im Martin Buber-Archiv der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem befindet, besteht aus über sechshundert Briefen. Bei der Auswahl wurde versucht, alle Aspekte dieses Gedankenaustauschs über Dichtung, über das Jüdische, über das geistige Leben, über gesellschaftliche und politische Erlebnisse und nicht zuletzt über Persönliches in der proportional und inhaltlich angemessenen Weise zu berücksichtigen. --
Original languageGerman
Place of PublicationFrankfurt a.M
PublisherLuchterhand Literaturverlag
Number of pages351
ISBN (Print)3630800084, 9783630800080
StatePublished - 1990

Publication series

NameVeröffentlichungen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt
PublisherLuchterhand Literaturverlag
Volume64

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