Abstract
[Regulierung ist ein Kennzeichen für Rationalität bei dem Versuch, Verhaltensweisen im Lichte von Normen zu leiten. Ihre Funktion ist es, sowohl das Verhalten der Individuen in einem bestimmten Bereich ihres Handelns zu koordinieren als auch dieses Verhalten auf wünschenswerte Ziele hin auszurichten. Nach Regulierung wird insbesondere auf neuartigen Feldern sozialen Verhaltens gerufen, so vor allem im Hinblick auf gentechnische Forschung und Praxis. Aber die Genetik ist deshalb ein schwieriger Fall, weil sie Ziele und Werte betrifft, die in hohem Maße kontrovers sind. Darüberhinaus ist schon die Frage, ob und, wenn ja, in welchem Maße der Bereich der Genetik einer Regulierung unterworfen werden sollte, diskussionswürdig. Als ein wissenschaftliches Projekt verlangt die Genetik nach maximaler Freiheit; als eine potentiell gefahrliche Praxis erfordert sie gesellschaftliche Eingrenzung. Im vorliegenden Artikel werden die vier Ebenen einer möglichen Regulierung von Genetik diskutiert: die institutionelle, die gouvernementale, die legislative und die internationale. Dabei wird Israel als Testfall für die komplexe Beziehung zwischen diesen Ebenen der Regulierung herangezogen. Aus einer philosophischen Perspektive wird die inhärente Spannung untersucht, die einerseits zwischen der Kraft der theoretischen Argumentation, die oftmals den Gedanken der Freiheit unterstützt, und andererseits dem Druck der praktischen und gesellschaftlichen Überlegungen besteht, die regelmäßig nach einer begrenzenden Regulierung rufen. Diese Spannung wird typischerweise in den verschiedensten Formen von nicht prinzipiengeleiteten Kompromissen aufgelöst, die aus teilweisen Regulierungen, ministeriellen Entscheidungen, zeitweiligen Richtlinien,institutionellen Selbstbeschränkungen und der Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer gentechnischer Praxis bestehen. Damit wird die Regulierung der gentechnischen Praxis zugleich zu einem erhellenden Beispiel für die prekäre Lage der „Angewandten Ethik“ zwischen Theorie und gesellschaftlicher Praxis.]
| Original language | Hebrew |
|---|---|
| Pages (from-to) | 3-20 |
| Number of pages | 18 |
| Journal | Jahrbuch für Recht und Ethik / Annual Review of Law and Ethics |
| Volume | 10 |
| State | Published - 2002 |