TY - JOUR
T1 - Moral and Legal Luck
T2 - Kant's Reconciliation with Practical Contingency
AU - Heyd, David
PY - 1997
Y1 - 1997
N2 - [Einige moderne Kritiker Kants wie Bernard Williams behaupten, Kants Sittlichkeitsideal weise auf eine Handlungsform, die außerhalb alles empirisch Feststellbaren liege. Ziel dieses Beitrags ist es zu zeigen, daß Kant sich der Rolle kontingenter Elemente im (menschlichen) moralischen Handeln nicht nur voll bewußt war, sondern daß sein grundlegender Entwurf praktischer (und theoretischer) Vernunft selbst teilweise auf kontingente Faktoren gegründet ist. Praktische Vernunft kann nicht von ihrer Anwendung getrennt werden und also auch nicht von den notwendig empirischen Bedingungen menschlicher Psychologie und von den historischen Umständen des Handelns. Ohne eine Maxime (d.i. ohne eine kontingent bestimmte subjektive Handlungsregel) gibt es keine praktische Vernunft. Ohne einen menschlichen Charakter (d.i. ohne eine mit einer bestimmten Psyche ausgestattete Persönlichkeit) gibt es keine moralische Tugend. Ohne ein erreichtes Ziel (das von natürlichen Kausalverläufen abhängig ist) kann keine moralische Handlung vollständig (und daher ganz vernünftig) sein. Menschliches Handeln überschreitet die Grenzen des Bereichs bloßer (innerer) Motive. Die Themen zeigen, daß Kant in seiner allgemeinen Theorie vernünftigen Handelns (und wissenschaftlicher Erkenntnis) die Kontingenz ernst nimmt. Sie werden hauptsächlich im Lichte der Metaphysik der Sitten diskutiert, die sich in ihrem Programm und in ihrer Struktur explizit vornimmt, apriorische und kontingente Elemente in einer einheitlichen Theorie zu verbinden. Legalität ohne Moralität ist blind; Moralität ohne Legalität ist leer.]
AB - [Einige moderne Kritiker Kants wie Bernard Williams behaupten, Kants Sittlichkeitsideal weise auf eine Handlungsform, die außerhalb alles empirisch Feststellbaren liege. Ziel dieses Beitrags ist es zu zeigen, daß Kant sich der Rolle kontingenter Elemente im (menschlichen) moralischen Handeln nicht nur voll bewußt war, sondern daß sein grundlegender Entwurf praktischer (und theoretischer) Vernunft selbst teilweise auf kontingente Faktoren gegründet ist. Praktische Vernunft kann nicht von ihrer Anwendung getrennt werden und also auch nicht von den notwendig empirischen Bedingungen menschlicher Psychologie und von den historischen Umständen des Handelns. Ohne eine Maxime (d.i. ohne eine kontingent bestimmte subjektive Handlungsregel) gibt es keine praktische Vernunft. Ohne einen menschlichen Charakter (d.i. ohne eine mit einer bestimmten Psyche ausgestattete Persönlichkeit) gibt es keine moralische Tugend. Ohne ein erreichtes Ziel (das von natürlichen Kausalverläufen abhängig ist) kann keine moralische Handlung vollständig (und daher ganz vernünftig) sein. Menschliches Handeln überschreitet die Grenzen des Bereichs bloßer (innerer) Motive. Die Themen zeigen, daß Kant in seiner allgemeinen Theorie vernünftigen Handelns (und wissenschaftlicher Erkenntnis) die Kontingenz ernst nimmt. Sie werden hauptsächlich im Lichte der Metaphysik der Sitten diskutiert, die sich in ihrem Programm und in ihrer Struktur explizit vornimmt, apriorische und kontingente Elemente in einer einheitlichen Theorie zu verbinden. Legalität ohne Moralität ist blind; Moralität ohne Legalität ist leer.]
M3 - ???researchoutput.researchoutputtypes.contributiontojournal.article???
SN - 0944-4610
VL - 5
SP - 27
EP - 42
JO - Jahrbuch für Recht und Ethik / Annual Review of Law and Ethics
JF - Jahrbuch für Recht und Ethik / Annual Review of Law and Ethics
ER -